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Vor langer, langer Zeit, noch bevor die Menschen begannen, ihre großen Städte zu bauen, als die Erde bedeckt war von grünen Wiesen und dunklen Wäldern, da lebte die wunderschöne Prinzessin Rattpunzel im Schloß ihres Vaters, des Königs Rattus des Ersten, Herrscher von Ratzenburg.
Die Königin war schon viele Jahre tot und die Prinzessin der Liebling aller Diener und Kammerfrauen im Schloß. Alle wollten das arme mutterlose Kind erfreuen und so wuchs Prinzessin Rattpunzel auf, ohne je zu erfahren daß nicht jeder ihr nur Gutes wollte.
Die Prinzessin spielte den ganzen Tag mit ihrem wunderschönen goldenen Maisring. Sie warf den Ring hoch in die Luft und fing ihn wieder auf, oder sie rollte ihn vor sich her und sprang ihm fröhlich nach.
Doch eines Tages geschah ein großes Unglück: als sie wieder mit ihrem geliebten Maisring durch den Garten tollte und sich nichts böses dachte, da warf sie ihn besonders hoch. Und als der Ring wieder herunterkam, da landete er nicht in den lieblichen Pfötchen von Prinzessin Rattpunzel, sondern er fiel in einen tiefen Brunnen.
Der Brunnen aber war ausgetrocknet und diente seit vielen Jahren  zur Lagerung der Wintervorräte  der Ratzenburger.
Prinzessin Rattpunzel suchte verzweifelt nach ihrem Maisring, sie konnte ihn aber zwischen all den Vorräten nicht finden. Sie war unglücklich, nicht nur weil der goldene Ring ihr liebstes Spielzeug war, sondern auch weil sie nicht wußte, wie sie ihrem Vater erklären sollte, daß sie ihn verloren hatte.
Als es Abend wurde wußte Rattpunzel, daß man nach ihr suchen würde, wenn sie nicht ins Schloß zurückkam. Sie schämte sich aber so sehr, daß sie nicht wagte, dem König unter die Augen zu treten. Deswegen lief sie aus dem Palast fort und in die Stadt um sich dort zu verstecken.
In der Stadt waren die Straßen leer und Rattpunzel betrachtete sehnsüchtig die hell erleuchteten Fenster, hinter denen die Leute im Warmen saßen und sich ihr Abendessen schmecken ließen. Sie fror und war sehr hungrig und wußte nicht, wo sie schlafen sollte.
Da schaute eine Frau aus dem Fenster eines stattlichen Herrenhauses.
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"Liebes Kind" rief die Frau, "was tust du so spät ganz allein auf der Straße? Lauf schnell nach Haus, deine Eltern werden sich sorgen!"
"Ach" antwortete Rattpunzel "ich habe keine Familie mehr, bei der ich willkommen wäre."
Die fremde Frau kicherte leise, lächelte Rattpunzel aber an. Dann gab sie ihr zu essen und ließ sie in ihrem eigenen Bett schlafen. Rattpunzel dachte sich nichts dabei, denn sie war es gewöhnt, daß alle Leute lieb und freundlich zu ihr waren.
Doch am nächsten Morgen, nachdem Rattpunzel gefrühstückt hatte, verlangte die Frau Geld für die Übernachtung und zwei Mahlzeiten. Die arme Rattpunzel war entsetzt. Sie hatte in ihrem ganzen Leben noch kein Geld gebraucht und war ohne einen Pfennig aus dem Schloß fortgelaufen.
Die böse Frau lachte und sagte: "Das habe ich mir gedacht. Kein Geld um zu bezahlen und keine Familie, zu der du gehen kannst. Du mußt für mich arbeiten, um Deine Schulden zu bezahlen."
Von da an mußte Rattpunzel hart arbeiten, denn die böse Frau hatte keine anderen Bediensteten. Sie mußte duftendes Heu für das Bett sammeln und herrliche Mahlzeiten für die Frau zubereiten. Rattpunzel selber mußte im Keller auf dem harten Boden liegen und weinte sich jeden Abend vor Hunger in den Schlaf.
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Eines Tages, als Rattpunzel die Teppiche der bösen Frau ausklopfte, erleuchtete ein helles Licht den Hof hinter dem Haus. als Rattpunzel wieder etwas sehen konnte, stand vor ihr eine hell strahlende Frau die zu ihr sprach. "Liebe Rattpunzel, fürchte dich nicht, denn ich bin deine gute Fee. Ich bin gekommen, um dich zu befreien."
"Aber wo soll ich hingehen? Ich habe den goldenen Maisring verloren und kann nicht zurück zu meinem Vater"
"So komm mit mir, Kind, ich weiß einen Ort im Wald, wo du in Frieden leben kannst."
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Als Rattpunzel am Abend nicht ins Schloß zurückkam war König Rattus sehr besorgt. Er ließ alle Kammerfrauen das Schloß durchsuchen und die Diener zogen mit Fackeln durch den Park und riefen nach der Prinzessin. Auf den höchsten Türmen und im tiefsten Gebüsch suchten sie, doch sie fanden Prinzessin Rattpunzel nicht.
Erst als der Winter sich dem Ende zu neigte und die ersten Frühlingsblumen auf den Wiesen blühten, wurde auf dem Boden der Vorratskammer der Maisring gefunden.
"Wehe mir!" rief der König "mit Freuden würde ich diesen Maisring hergeben, wenn nur mein geliebtes Töchterlein zu mir zurückkäme!" und er versprach demjenigen, der ihm die Prinzessin unversehrt zurückbrächte, große Reichtümer und die Hand der Prinzessin, so sie denn einverstanden wäre.
Tagaus, tagein stand der König am Fenster des Thronsaals und wartete, ob einer der Helden, die mit großen Versprechungen ausgezogen waren, mit der Prinzessin zurückkäme.
Doch in dem Wald, in den die gute Fee Rattpunzel gebracht hatte, hauste auch eine wilde Räuberbande. Rattpunzel hatte keine Furcht vor den Räubern, denn es fiel ihr leicht, ihnen im Wald auszuweichen.
Doch die Räuber beobachteten genau, wer die Straßen durch den Wald bereister und die meisten Kaufleute machten lieber einen großen Umweg, nur um nicht der berüchtigten Schwarzkopf-Bande in die Hände zu fallen.
Auch die Helden, die dem König versprochen hatten, nach der Prinzessin zu suchen, machten einen großen Bogen um den Wald. "Soll sich doch ein anderer mit den Räubern anlegen!" sagte sich ein jeder von ihnen. "Das Land ist groß genug, ich werde woanders suchen."
Viele Monate waren vergangen und die Helden waren erfolglos von ihrer Suche zurückgekehrt. König Rattus war verzweifelt, als eines Tages ein junger Mann bei ihm vorsprach, der behauptete, die Prinzessin finden zu können.
Der König war sehr erstaunt über diesen Unbekannten, der vollbringen wollte, was all die Ritter und Edelleute nicht geschafft hatten. "Ich bin Prinz Schlaukopf." sprach der Jüngling, "Und was all deine starken Ritter gemeinsam nicht fertiggebracht haben, das vollbringe ich allein mit meinem schlauen Kopf."
Prinz Schlaukopf verkleidete sich als Kaufmann, belud einige Wagen mit herrlichen Leckereien und heuerte Leibwächter an, wie es einem reichen Kaufmann geziemt, der durch einen Wald voller Räuber reisen muß.
Der schlaue Prinz befahl seinen Männern aber, wenn die Räuber angriffen nur zum Schein zu kämpfen und die Wagen keinesfalls ernsthaft zu verteidigen. Vielmehr sollten sie bald die Flucht ergreifen, so als ließen sie ihren Herrn in der Gefahr im Stich.
Alles geschah, wie Prinz Schlaukopf es erhofft hatte. Die Räuber stoppten seine Wagen und brachten sie, nachdem sie anscheinend die Wächter verjagt hatten, zu ihrem Lager im Wald.
Die Räuber freuten sich und feierten ein großes Fest, denn sie meinten nicht nur, die wunderbaren Leckereien erbeutet zu haben, sondern auch einen reichen Kaufmann in ihrer Gewalt zu haben, der sich sicher für eine schöne Summe freikaufen würde.
Doch Prinz Schlaukopf hatte all die Lebensmittel auf seinen Wagen mit einem starken Schlafpulver bestreuen lassen. Und wie die Räuber so am Feuer saßen und aßen und tranken und ihre entsetzlichen Lieder grölten, da fielen ihnen einem nach dem anderen die Augen zu.
Als der auch letzte Räuber in tiefen Schlaf gesunken war machte sich Prinz Schlaukopf auf, die Prinzessin zu suchen. Er dachte sich, daß sie nicht in der Nähe des Räuberlagers sein werde, und wenn sie nicht gefunden werden wollte, so würde sie auch nicht zu nah am Waldrand und den Straßen sein.
Doch der Wald war groß und er hätte wohl lange suchen müssen, hätte er nicht eine weiße Taube bemerkt, die durch den Wald flatterte. Prinz Schlaukopf wunderte sich, denn weiße Tauben gibt es gewöhnlich nicht im Wald, und diese schien ihn in eine bestimmte Richtung zu locken.
Er folgte der Taube bis er zu einem kleinen Haus im Wald kam, aus dessen Fenster ihm die Prinzessin entgegenblickte.
"Liebreizende Prinzessin" rief der Prinz "euer Vater, der König, ist krank vor Sorge um euch. Kommt mit mir, ich werde Euch sicher nach Hause geleiten."
Prinzessin Rattpunzel freute sich, daß sie nach Hause zu ihrem Vater zurückkehren konnte. Auch gefiel ihr der Prinz viel besser, als all die Ritter, die sie am Hof ihres Vaters kennengelernt hatte, denn er verstand sich auf freundliche Worte und nicht nur darauf, von all den Taten zu prahlen, die er einmal vollbringen werde.
Sie dankte ihrer guten Fee, die den Prinz zu ihr geführt hatte und gemeinsam wanderten sie durch den Wald zum Schloß des Königs.
Als sie das Schloß erreichten standen alle Bewohner oben auf den Zinnen und jubelten, weil die verloren geglaubte Prinzessin heimkehrte.
Keiner der Ritter wagte mehr, über Prinz Schlaukopf zu lachen, und der König ernannte ihn zu seinem Erben und Thronfolger.
Als der alte König viele Jahre später starb, regierten die beiden als Rattpunzel und Schlaukopf die Ersten in Ratzenburg bis ans Ende ihrer Tage.

 

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